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Ekkehard Mantel
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Zusammenfassung
Rolleicord Vb

Die Rolleicord V ist eine klassische zweiäugige Spiegelreflexkamera aus der Rollei-Schmiede für das Format 6x6. Die Rolleicord wurde gegenüber der Rolleiflex-Serie ursprünglich als günstige Einsteigerkamera konzipiert. Um bei gleicher Qualität den Preis niedrig halten zu können, wurden Vereinfachungen an diversen Stellen vorgenommen, z.B. der Filmtransport und das Spannen des Verschlusses entkoppelt. Über die Jahre hinweg und von Nachfolgemodell zu Nachfolgemodell wurde die Rolleicord stetig verbessert und näherte sich immer mehr der Rolleiflex an, so daß mit der Rolleicord Vb (der letzten Rolleicord) die Leistungsfähigkeit der Rolleiflex nahezu erreicht war. Mit der Rolleicord Va wurde insbesondere das Auftreten von Streulicht im Gehäuseinneren minimiert. In dieser Hinsicht schlagen die besprochenen Rolleicord-Modelle alle anderen Spiegelreflexkameras ähnlicher Bauart! Leider sind auch die Rolleicords als Sammlerobjekte begehrt und damit die besser erhaltenen Modelle unverhältnismäßig teuer.

Im Vergleich zur Rolleicord V(a) hat die Vb den Vorteil eines austauschbaren Lichtschachtes, beide beherrschen eine automatische Sichtfeldkorrektur (Parallaxe). Die Va wiegt, obgleich auf Langlebigkeit hin konzipiert, lediglich 875 g, die Vb 940 g – man vergleiche das einmal mit dem Gewicht einer Mamiya C220, die 1450 g auf die Waage bringt!

Schwachstellen, gängige Reparaturmaßnahmen, beim Gebrauchtkauf zu beachten:

Das Hemmwerk für die Verschlußzeitensteuerung ist sehr häufig, unabhängig vom Erhaltungszustand, verharzt und muß gereinigt werden. Oft werden die Kameras Jahre lang eifrig benutzt und verrichten treue Dienste und erst wenn man sie verkaufen will und alles durchkontrolliert, merkt man plötzlich, daß die langen Zeiten nie verwendet wurden und sie dummerweise nicht mehr einwandfrei funktionieren. Abhilfe kann bisweilen schon das mehrmalige Auslösen des Verschlusses bringen; angeblich soll die Erwärmung des Gehäuses auf 50 Grad eine andere Möglichkeit sein, diese Unzulänglichkeit zu beseitigen (das ist keine Empfehlung meinerseits, aber wer es ausprobieren möchte, dann bitte auf eigene Gefahr; nicht daß mir nun einer die Kamera bei 200 Grad im Backofen brät und sich dann beschwert ...). Wenn alles nichts hilft, muß man wohl oder übel das Hemmwerk ausbauen und reinigen. Der "Rollei Technical Report" von Claus Prochnow (zweisprachig in Deutsch und Englisch) gibt hierbei fundierte Hilfestellung.

Gebrauchtpreis:

Hier variieren die Preise in Abhängigkeit vom Erhaltungszustand erheblich; Neuwertige sind begehrte Sammlerobjekte, sie gehen zum Teil zu Phantasiepreisen über den Ladentisch. Mein Exemplar einer Rolleicord Vb kostete mich 230 Euro (Jahr 2005) und ist ganz ordentlich in Schuß: hat eine vollständige Belederung, kleine Abnutzungsspuren am Bajonett wegen der Sonnenschutzblende, unauffällige Abbriebstellen an 2 oder 3 Kanten (diese Stellen waren nachlackiert; der Lack ging beim Reinigen jedoch wieder ab); die längeren Zeiten waren verharzt, durch mehrmaliges Auslösen kamen sie jedoch in Schwung und in den für mechanische Verschlüsse akzeptablen Bereich.

Literatur und Links: