Freunde

Ekkehard Mantel
Jazz-Pianist und Bassist

Jazz-Duo never2late

Erfahrungsberichte

Die Anmutung des "G"-Modells ist wahrlich nicht die allerbeste. Man spürt den Kunststoff deutlich. Trotzdem liegen die "G" gut in der Hand und wirken bis auf die Kurbel solide. Man muss sie schon mit ihren direkten Vorgängern oder den deutschen Pendants vergleichen, um eine gewisse "Klapprigkeit" festzustellen. Transportprobleme hatte ich noch nie. Selbst die älteste, die gebrauchteste funktioniert tadellos.

Direkt in der Praxis vergleichen kann ich die Yashica Mat 124G lediglich mit zwei anderen TLRs: Zeiss Ikon Ikoflex 1c und Toyocaflex 1b. Hinsichtlich der Bildqualität scheint mir die Yashica Mat 124G mit der Ikoflex (mit Zeiss-Tessar) gleichauf zu liegen. Nur in sehr grosser Vergrösserung macht sich eine etwas abfallende Randschärfe bemerkbar, wo Sie sie mit der Rollei Rolleicord Vb verglichen. Ihr Sucher steht der Rolleicord in nichts nach, wenngleich nicht ganz so hell, dafür mit etwas mehr "Kontur". Der Sucher der Ikoflex ist sowieso unvergleichlich. Als ich sie kaufte, liess ich dafür sogar eine Rolleiflex im Laden stehen. Auch dass die Yashica Mat 124G ein automatisches Bildzählwerk besitzt, ist sehr vorteilhaft.

Nur eines hat sie im Vergleich zu anderen Zweiäugigen ihrer Zeit weniger: Charakter. So scheint mir die Yashica Mat 124G eine durchaus vernünftige Kamera zu sein, wäre da nicht das sichtbare Plastikteil des Transportmechanismus und die Einschränkung, bei Verwendung des Selbstauslösers keinesfalls den Blitzkontakt auf "M" zu stellen. Diese oft erwähnte Fehlkonstruktion hat vermutlich schon manch einer Yashica Mat das "Leben" gekostet.

Bei der Yashica Mat 124G macht es wohl ihr Gesamtes aus. Um einiges schnörkelloser – ja unästhetischer im Erscheinungsbild, in der Haptik – andererseits ein verhältnismässig unauffälliges Arbeitsgerät, welches zudem bei Verlust oder Deffekt auch mal leichter zu bekommen ist als ihre Vorgänger, dafür aber wesentlich günstiger als die wohl qualitativ besseren Rollei-Verwandten.

16.03.2010, Philip Dolder